80. Tagung

Prof. Dr.-Ing. Hans Bäumler bei der Eröffnung der ersten Hybridtagung des MAS
Dem Münchner Arbeitskreis für Straßenfahrzeuge war es insbesondere aufgrund des diesjährigen erhöhten Weiterbildungsbedarfs ein besonderes Anliegen, die 80. Fachtagung unter Berücksichtigung der geltenden Infektionsschutzbestimmungen durchführen zu können. Eigentlich sollte die 80. Fachtagung bereits im März 2020 stattfinden; aufgrund des damaligen Infektionsgeschehens der Covid-19-Pandemie musste sie aber im März leider kurzfristig abgesagt werden. Die 80. Fachtagung konnte nun von 16. bis 18.10.2020 im Eden Hotel Wolf in München mit insgesamt 130 Teilnehmern durchgeführt werden. Diese Teilnehmerzahl war jedoch unter Berücksichtigung der geltenden Infektionsschutzbestimmungen – die kurz vor Veranstaltungsbeginn noch verschärft worden waren – nur möglich, weil die Tagung als Hybrid-Veranstaltung angeboten wurde. So wurde die Veranstaltung vor Ort in einen weiteren Saal übertragen sowie weltweit über das Internet gestreamt, sodass sie auch von zu Hause aus verfolgt werden konnte. Über eine Chatfunktion war es auch für die Online-Teilnehmer möglich, sich an den Fachdiskussionen zu beteiligen.

Zu Beginn der Tagung informierte Herr Prof. Dr.-Ing. Clemens Rother von der Hochschule München über das Thema Leichtbau und zeigte, dass Leichtbau in der Fahrzeugentwicklung nach wie vor – insbesondere auch bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen – eine wichtige Rolle spielt. Zum Thema Recht informierte Herr Rechtsanwalt Stephan Miller vom ADAC über die Änderungen in der StVO hinsichtlich des Fahrradverkehrs, Herr Christoph Wühr, Richter am Landgericht Nürnberg-Fürth, sprach über rechtliche Aspekte des Privatgutachtens. Herr Professor Ulrich Podzuweit, ehemals Hochschule München, referierte über die Wirksamkeit von Ladungssicherungen bei Lkw-Unfällen und zeigte, dass die Sicherungswirkung von Sicherungstechnik und Unfallart abhängig ist, da die Ladungssicherung eigentlich nur für die Betriebsbelastungen ausgelegt ist. Herr Dipl.-Ing. Robert Tietje von der Volkswagen AG stellte Wasserstoff-Konzepte im Automobilbau vor und zeigte die damit verbundenen Vor- und Nachteile auf. Herr Christian Schmidt von der Firma Combi Plus berichtete über Strategien und Trends in der Softwareentwicklung für Kfz-Sachverständige unter dem Motto „Vom Großrechner zur mobilen Schadenerfassung“.

Leider mussten die Vorträge von Herrn Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Wolf über Wasserstofftechnik in Stadtbussen und von Herrn Dipl.-Ing. (FH) Herbert Hößler über den Bosch Event Data Recorder kurzfristig abgesagt werden. Es ist geplant, diese beiden Vorträge auf der 81. Fachtagung nachzuholen. Für diese beiden Vorträge sprangen kurzfristig Frau Dipl.-Ing. (FH) Melanie Kreutner vom Allianz Zentrum für Technik und Herr Dr. Klaus Dieter Brösdorf vom Ingenieurbüro Brösdorf & Göritz ein. Frau Kreutner trug über die verschiedenen in Fahrzeugen aufgezeichneten digitalen Daten vor und berichtete über deren Anwendung für die Schadenbearbeitung. Sie zeigte hier durch einen Crashtest validierte EDR-Daten sowie Kameradaten aus verschiedenen Assistenzsystemen. Herr Dr. Brösdorf informierte über Untersuchungen zur Optimierung des Mehrkörpermodells für Schwarzwild im Simulationsprogramm PC-Crash auf Basis eines Crashtests.

Herr Dr. rer. nat. Tim Hoger vom Ingenieurbüro Schimmelpfennig + Becke stellte Untersuchungen und Auswirkungen des Software-Updates von VW im Abgasskandal vor und berichtete insbesondere über die damit verbundene starke Versottung des AGR-Ventils. Herr Dipl.-Ing. (FH) Ralf Piller vom Büro für Unfallanalytik zeigte die Grenzen der visuellen Wahrnehmbarkeit bei Tageslicht am Beispiel eines rekonstruierten Pkw-Fußgänger-Unfalls. Herr Piller machte insbesondere deutlich, dass für die Bewertung der Sichtbarkeit von Objekten im Rahmen von Sichtversuchen unvorbereitete Probanden erforderlich sind. Die Gefahren für Rettungsdienste und Sachverständige bei verunfallten Hochvolt-Fahrzeugen präsentierte der Brandexperte Herr Dipl.-Ing. Joachim Gottwald; er zeigte eindrucksvoll die Gefahren, die von verunfallten Hochvoltfahrzeugen ausgehen können. Zum Abschluss der Tagung referierte Herr Prof. Dr.-Ing. Holger Enge über die besondere Bedeutung des historischen Volkswagens „VW Käfer“ in der Automobilentwicklung und erwies sich hierbei als ausgewiesener und leidenschaftlicher Experte.

Im Rahmen der 80. Fachtagung fand neben der Präsidiumssitzung, der Sitzung des wissenschaftlichen Beirats und der Mitgliederversammlung erstmalig eine Fachsitzung zum Thema Oldtimer statt, in der über die speziellen Kompetenzen eines Oldtimer-Sachverständigen beraten wurde. In der Mitgliederversammlung wurde das Präsidium wiedergewählt. Am Samstagabend fand unter Berücksichtigung der geltenden Infektionsschutzbestimmungen ein gemeinsames Abendessen im Hotelrestaurant statt.

Der MAS e.V. bedankt sich bei allen Teilnehmern und hofft, die 81. Fachtagung von 05. bis 07.03.2021 durchführen zu können. Auch die 81. Fachtagung soll wieder als Hybridtagung mit Onlinestream angeboten werden.

Präsidium MAS e.V.
Oktober 2020

Fotos von der 80. Fachtagung

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